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Hörwelt - Hearworld

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Förderstufe und Realschulzeit


laramarco

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Ich glaub ich muß ein wenig schneller schreiben, damit die Berichte, die wirklich wichtig sind oder die der Auslöser für diesen Blog waren, langsam auch getippert werden ;) Die Schulzeit ist ja nur ein Anfang dessen warum der Blog gegründet wurde :)

Na dann wollen wir mal:

Nachdem nun die Grundschule absolviert wurde, ich sogar auf ein Gymnasium hätte wechseln können, und endlich die lästigen Besuche des Schulleiters aus Bad Camberg verschwanden, ging es in Weilmünster mit dem Förderstufenzweig weiter. Hätte ich ein Gym besucht, hätte ich im Lernpensum zulegen müssen und ob ich das mit der Einschränkung des weniger hörens wirklich geschafft hätte ... so war es dann doch leichter, angenehmer, in kleinerer Atmosphäre. Jeder Jahrgang hatte in Weilmünster 5 Klassen, 5x 5er, 5x 6er, usw. bis zur 10. Klasse, also ne überschaubare Größe.

Die Förderstufe war für meine örtlichen Mitschüler dann auch so der "Splittungszeitraum" - viele hatten den Übergang in die 5 schon nicht geschafft, andere schafften dann die 5. nicht mehr und widerrum andere gingen dann nach der 6. andere Wege. Die Förderstufe war dann auch der Zeitpunkt, wo sich Freundschaften trennten, und neue fanden.

Für meine Hörprozesse war es zusehens schwieriger, z.b. englisch kam neu hinzu als Fach und diesen Hörsaal hasste ich, mit Kopfhörer konnte ich eben nix hören, entweder pfiff das Hörgerät oder es kam nix an. Also hab ich wutentbrannt den Kopfhörer auf dem Tisch liegen gelassen und gar nix gemacht. Es gab aber auch nix schriftliches, ich konnte dann einfach zu dem gehörten Thema nix beitragen, nicht aktiv mitmachen.

Nach der 6. Klasse ging es dann auf dem Realschulzweig weiter - 43. Schüler in einer Klasse !!! Heute unvorstellbar, solche Klassengrößen. Irgendwie hab ich mich akkustisch durchgewuselt und irgendwie haben Mitschüler und auch Lehrer doch auf jeden Schüler Rücksicht genommen, auch ohne diese Nachteilsausgleiche oder Sonderpädagogische Förderungen, die es heutzutage gibt. Dennoch, wenn ich mit die letzten Hörkurven so angucke und mein "hören und verstehen" der letzten Jahre so vergleiche, so kann ich ganz klar sagen "damals hörte ich doch noch gut".

Und weil dem so war, konnte ich meinen Realschulabschluß mit mittlerem Durchschnitt abschließen. Sicher wäre das auch "besser" gegangen, wenn ich mehr gelernt hätte, aber hierzu kam einfach die normale Trägheit und Faulheit, die ein jeder Schüler so hat. Schließlich wollte man ja nicht als Streber gelten, schließlich war ja auch wichtig, am Wochenende mal weg zu gehen, schließlich war man Jugendlicher und wollte sein Leben auch genießen und nicht ständig die Elternsprüche hören.

Weil also bis dahin ein "normaler" Ablauf unter "Normalhörenden" annähernd möglich war, hatte ich auch ne Menge Bewerbungen abgeschickt und auch diese Einstellungstests absolviert. Im Nachhinein habe ich an diesem Punkt einen großen Fehler gemacht, ich hab mich aus reiner "Bequemlichkeit" für den Beruf entschieden, Bürokaufmann (lt. Vertrag wirklich Mann) zu nehmen, anstatt in die "Beamtenlaufbahn" einzuschlagen. Das rächt sich jetzt und jetzt sich für diesen "Fehler" zu ärgern bringt nix mehr. So habe ich dann nach dem Realschulabschluß meine ganz normale Ausbildung angefangen.

Rückblickend auf die gesamte Schulzeit und die Hörproblematik bezogen möcht ich noch erwähnen, heute wäre das ganz sicher so nicht mehr machbar, heute wäre ich ganz sicher in Bad Camberg gelandet und keiner hätte das aufhalten können. Nach wie vor möchte ich die Lehrer loben, die rücksichtsvoll ohne technische Hilfsmittel es mir ermöglichten, dem Unterricht zu folgen. Bei den Mitschülern gab es natürlich hin und wieder welche, mit denen man mehr oder weniger gut klar kam, jedoch im ganzen betrachtet, hat es niemanden gegeben, der mich ausgrenzte oder gar mit Mobbing seelisch fertig gemacht hat.

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