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Hörwelt - Hearworld

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Mitwirkende

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Mein Leben, meine Geschichten

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laramarco

und so vergehen die Jahre, Freundschaften kommen, Freundschaften gehen, mal hier, mal dort, und irgendwann denkt man an das Gründen einer Familie und glaubt auch, diesen Plan und das Ziel umzusetzen. Geheiratet an einem Freitag den 13. im Wonnemonat Mai - des einen Fluch des anderen Segen, im Nachhinein war weder das Datum noch sonstiges positiv zu werten.

Wie auch immer, es folgten 2 Kinder, ein Junge und ein Mädel, genau in der Reihenfolge, wie ich es früher mir gewünscht habe. Und meine Zeit als Hausfrau und Mutter füllte mich auch tagsüber aus, zumal ich damals dann schon anfing mein Hobby nebenbei gewerblich zu machen und neben gehäkelten und gestrickten Sachen auch die Wolle verkaufte.

Und man sagt auch, kleine Kinder kleine Sorgen ... als dann im Kindergarten klar wurde, daß unser Großer ein "besonderes" Kind ist, fing es auch Step by Step an zu krieseln und als dann zu Beginn des 2. Schuljahres klar war, zogen wir 3 es vor alleine weiter zu kämpfen. Kämpfen muß man als Alleinerziehende auf jeden Fall, denn Steine rollen von verschiedenen Stellen immer wieder herein.

Ich möcht nicht auf alle Details dazu eingehen - das gehört nicht viel zum Thema "Hören und Hörverlust" -, nur eines weiß ich, diese 10 Jahre Kampf um Gerechtigkeit haben mir den gesundheitlichen Knick gegeben. Ich zog mich mehr und mehr zurück, war sozusagen in meiner "virtuellen" Welt gefangen, hier hatte ich alle Freunde, und bin froh und dankbar für diese.

Neue Freunde finden ist, wenn man so in seinem Schneckenhaus sitzt, verdammt schwer und umso schöner, wenn dies auf einer virtuellen Basis passiert. Und so kam es auch, daß mir von Außerhalb sozusagen klar gemacht wurde, wie wichtig es doch eigentlich ist, wenn man "gut hören" kann.

Mir wurde klar, daß ich nicht länger im Schneckenhaus bleiben will, daß ich auch noch was in meinem Leben erleben will, daß meine Eltern ja nicht ewig sind, die mir so manche vor allem telefonische Dinge abgenommen haben, daß meine Kinder auch nicht ewig zuhause sein werden und ich doch gerade deshalb auch an meine Zukunft denken muß.

laramarco

ja da geht sie dahin, die Schulzeit, 10 Jahre "Lotterleben" wie manche Eltern immer predigten sind vorbei, jetzt geht es ans arbeiten und Geld verdienen.

So startete ich wie so viele andere auch, direkt nach meinem Realschulabschluß in meine Ausbildung zum Bürokaufmann (ja wirklich Mann, damals wurde der Beruf noch nicht unterschieden).

Wie auch bereits in der Schule wurde auch der Ausbildungsbetrieb auf meine Hörschwäche hingewiesen. Jede Abteilung, die ich während der Ausbildungszeit durchlaufen mußte, wurde von der Ausbildungsabteilung dazu informiert, aber auch selbst ist man gefordert, denn nicht überall in jeder Abteilung gab der Abteilungsleiter die Info an alle Mitarbeiter weiter. So kam es dennoch manchmal zu Mißverständnissen, daß nicht jeder es wußte und mich dann auch telefonieren lassen wollte.

Das war dann auch schon der Zeitraum, wo ich des öfteren Probleme beim telefonieren bekam - bekannte Gesprächspartner mußten öfters wiederholen, unbekannte Gesprächspartner verstand ich immer weniger. Ich mied es zunehmend, ans Telefon zu gehen.

Auch in der Berufsschule mußte ich mich durchbeißen, sowohl was den Unterrichtsstoff angeht, als auch die Mitschüler und Lehrer. Ich hatte zumindest das Glück, daß wir den Großteil der Azubis aus einem Betrieb ausmachten, fast die Hälfte der Klasse arbeiteten ebenfalls dort wo ich auch war. Durch die innerbetrieblichen Schulungen vor den Prüfungen und den gemeinsamen Schulwegen hielten wir ja auch zusammen.

Die meisten kamen wie auch ich aus dem Weilburg-Weilmünsterer Raum, sodaß wir auch aufeinander angewiesen waren, was den Weg zur Berufsschule und zurück anging. Wir hatten ja alle noch keinen Führerschein und mußten irgendwie nach Bad Nauheim kommen.

Den Führerschein konnten wir auch erst mit 18 machen, durften aber dann gleich auch alleine fahren, den Führerschein mit 17 gab es ja damals noch nicht. Bei den Fahrstunden mußte natürlich der Fahrlehrer auch Rücksicht nehmen, Sprache vom Beifahrersitz mußte klar und deutlich gesprochen werden. Glaube so manches Mal mußte etwas wiederholt werden, oder ich bog anders ab wie der Fahrlehrer wollte, weil ich es akustisch nicht verstanden habe. Gottseidank hat das bei der Prüfung recht gut geklappt, habe gleich beim ersten Mal bestanden.

Jetzt konnte man sich "frei" bewegen, mußte nicht ständig zuhause anrufen, hol mich da ab, fahr mich da hin, jetzt konnte man dies selbst und ohne groß nachfragen. Das erhöhte damit auch wieder die "Freundeszahl", denn viele suchten einfach die Mitfahrgelegenheit und ansonsten wurde man "wenig gebraucht". Da ich mich lieber selbst und sicher nach Hause bringen wollte, ohne Alkohol, fuhr ich auch meist mit meinem Auto los.

Wenn ich jetzt rückwirkend betrachte, gab es während dieser Zeit wirklich einige "falsche" Freunde, die mich nur kannten, um ein Taxi zu haben. Nicht immer habe ich gleich beim ersten kennen lernen von neuen Freunden dann erzählt, daß ich nicht gut höre, teils aus Scham, teils aus Angst, wieder mal abgewiesen zu werden.

Manchmal ergab es sich nämlich auch, daß der Kontakt direkt abbrach, sobald man erwähnte, daß man Hörgeräteträger ist.

Das Sprichwort "Kinder können grausam sein" fing sozusagen an Wirklichkeit zu werden. Aus einem doch recht großen Bekanntenkreis, entwickelt sich dadurch ein recht kleiner echter Freundeskreis und dieser echte Freundeskreis hält auch bis heute noch an.

Leider existieren aus dieser Zeit keine Hörkurven mehr, mich ärgert das gerade jetzt extrem, denn jetzt hätte ich zu gerne die Vergleiche früher - vor OP - nach OP gemacht. Ich kann also nur aus Erinnerungen zehren und wenn man bedenkt, daß ich meine Ausbildung normal und ohne zusätzlichen Hilfen vorzeitig mit gutem Abschluß abschloß, in meiner Freizeit mit Freunden ausging und viel erlebte, ja mein Leben eigentlich nicht eingeschränkt ablief, so kann man es sich kaum vorstellen, daß das was jetzt im nächsten Post kommt, Grund für meine OP wird.

laramarco

Ich glaub ich muß ein wenig schneller schreiben, damit die Berichte, die wirklich wichtig sind oder die der Auslöser für diesen Blog waren, langsam auch getippert werden ;) Die Schulzeit ist ja nur ein Anfang dessen warum der Blog gegründet wurde :)

Na dann wollen wir mal:

Nachdem nun die Grundschule absolviert wurde, ich sogar auf ein Gymnasium hätte wechseln können, und endlich die lästigen Besuche des Schulleiters aus Bad Camberg verschwanden, ging es in Weilmünster mit dem Förderstufenzweig weiter. Hätte ich ein Gym besucht, hätte ich im Lernpensum zulegen müssen und ob ich das mit der Einschränkung des weniger hörens wirklich geschafft hätte ... so war es dann doch leichter, angenehmer, in kleinerer Atmosphäre. Jeder Jahrgang hatte in Weilmünster 5 Klassen, 5x 5er, 5x 6er, usw. bis zur 10. Klasse, also ne überschaubare Größe.

Die Förderstufe war für meine örtlichen Mitschüler dann auch so der "Splittungszeitraum" - viele hatten den Übergang in die 5 schon nicht geschafft, andere schafften dann die 5. nicht mehr und widerrum andere gingen dann nach der 6. andere Wege. Die Förderstufe war dann auch der Zeitpunkt, wo sich Freundschaften trennten, und neue fanden.

Für meine Hörprozesse war es zusehens schwieriger, z.b. englisch kam neu hinzu als Fach und diesen Hörsaal hasste ich, mit Kopfhörer konnte ich eben nix hören, entweder pfiff das Hörgerät oder es kam nix an. Also hab ich wutentbrannt den Kopfhörer auf dem Tisch liegen gelassen und gar nix gemacht. Es gab aber auch nix schriftliches, ich konnte dann einfach zu dem gehörten Thema nix beitragen, nicht aktiv mitmachen.

Nach der 6. Klasse ging es dann auf dem Realschulzweig weiter - 43. Schüler in einer Klasse !!! Heute unvorstellbar, solche Klassengrößen. Irgendwie hab ich mich akkustisch durchgewuselt und irgendwie haben Mitschüler und auch Lehrer doch auf jeden Schüler Rücksicht genommen, auch ohne diese Nachteilsausgleiche oder Sonderpädagogische Förderungen, die es heutzutage gibt. Dennoch, wenn ich mit die letzten Hörkurven so angucke und mein "hören und verstehen" der letzten Jahre so vergleiche, so kann ich ganz klar sagen "damals hörte ich doch noch gut".

Und weil dem so war, konnte ich meinen Realschulabschluß mit mittlerem Durchschnitt abschließen. Sicher wäre das auch "besser" gegangen, wenn ich mehr gelernt hätte, aber hierzu kam einfach die normale Trägheit und Faulheit, die ein jeder Schüler so hat. Schließlich wollte man ja nicht als Streber gelten, schließlich war ja auch wichtig, am Wochenende mal weg zu gehen, schließlich war man Jugendlicher und wollte sein Leben auch genießen und nicht ständig die Elternsprüche hören.

Weil also bis dahin ein "normaler" Ablauf unter "Normalhörenden" annähernd möglich war, hatte ich auch ne Menge Bewerbungen abgeschickt und auch diese Einstellungstests absolviert. Im Nachhinein habe ich an diesem Punkt einen großen Fehler gemacht, ich hab mich aus reiner "Bequemlichkeit" für den Beruf entschieden, Bürokaufmann (lt. Vertrag wirklich Mann) zu nehmen, anstatt in die "Beamtenlaufbahn" einzuschlagen. Das rächt sich jetzt und jetzt sich für diesen "Fehler" zu ärgern bringt nix mehr. So habe ich dann nach dem Realschulabschluß meine ganz normale Ausbildung angefangen.

Rückblickend auf die gesamte Schulzeit und die Hörproblematik bezogen möcht ich noch erwähnen, heute wäre das ganz sicher so nicht mehr machbar, heute wäre ich ganz sicher in Bad Camberg gelandet und keiner hätte das aufhalten können. Nach wie vor möchte ich die Lehrer loben, die rücksichtsvoll ohne technische Hilfsmittel es mir ermöglichten, dem Unterricht zu folgen. Bei den Mitschülern gab es natürlich hin und wieder welche, mit denen man mehr oder weniger gut klar kam, jedoch im ganzen betrachtet, hat es niemanden gegeben, der mich ausgrenzte oder gar mit Mobbing seelisch fertig gemacht hat.

laramarco

Die Grundschulzeit

Nachdem nun feststand, daß ich nicht gut hörte und mit diversen Tests und Probephasen ich dann endlich die passenden Hörgeräte bekam, rückte auch der Einschulungstag immer näher. Wir bekamen allerdings sehr oft Besuch vom Rektor der Freiherr-von-Schütz-Schule in Camberg, denn irgendwie meinte dieser, daß ich doch dort besser aufgehoben wäre. Dank des Rektors der Weilmünsterer Grundschule (Blessenbacher werden ihn sicher noch kennen - Gerhard Lang) und dem Durchhaltevermögen meiner Eltern bin ich dann wirklich in einer ganz normalen Grundschule eingeschult worden.

Heute würde man sagen, das geht doch so nicht, das Kind geht in der Schule unter, es braucht Schulbegleitung oder sonderpädagogischen Förderunterricht. Sowas gabs eben vor 40 Jahren noch nicht, entweder man ging zur Regelschule oder eben in die "Dummschule" wo alle Kinder hin kamen, die das Klassenziel 3x nicht schafften, sozusagen Sitzenbleiber.

Für mich hieß das also, entweder ich beweise, daß es klappt und funktioniert, oder ich mußte raus aus der Schule.

Jeder Lehrer hatte die Information erhalten, daß man mich doch bitte von vorne ansprechen müsse. So blieb es mir auch nicht verwehrt, ich mußte in der 1. Reihe sitzen. Oftmals hatte ich dadurch meinen Tisch für mich alleine und Platz und Ruhe.

FM-Anlage und solche technischen Hilfsmittel gab es zu der Zeit ja noch nicht, sprich ich war nur auf meine Hörgeräte angewiesen und das was ich verstand bzw. was ich vom Mundbild ablesen konnte.

So gingen die ersten 4 Jahre eigentlich recht positiv rum, meine Noten lagen im Mittelbereich, mal besser mal schlechter. Im 4. Schuljahr wo es dann wieder um die Zukunft ging, tauchte der Rektor der Bad Camberger Schule auch wieder öfter auf, er meinte doch noch immer, ich würde das in der Regelschule jetzt nicht mehr schaffen, weil ja noch mehr Fächer (englisch, Biologie, usw.) auf mich zukämen und ich solle doch mal die Schule wenigstens ansehen.

Nun ansehen und wirklich hin gehen sind ja noch 2 Paar Schuhe, und da ich meinen Eltern vorher schon durch diverse Heulanfälle klargemacht hatte, daß ich da nicht hin will, haben wir uns auch nur auf einen Besuch eingelassen.

Dort sollte ich einen sogenannten "Idiotentest" machen, den ich laut meines Testers mit "überdurchschnittlich zu gut" abschnitt, sprich der Tester meinte bereits während des Tests, warum ich eigentlich hier sei und konnte nicht begreifen, warum ich aus der Regelschule raus sollte.

Der Rektor war auch nach dem Test immer noch der Meinung, ich solle doch auf seinen Gymnasiumzweig und könne dann auch ne Klasse überspringen und überhaupt, es müsse ja auch "gute" Schüler geben. Der Tester war nur kurz im Raum um das Ergebnis abzugeben und meinte nur "zu gut für uns", hat sozusagen dem Rektor mit dieser Aussage eins quergelegt.

Da der Test eben zu gut ausgefallen war, mein Wunsch und Wille die Regelschule weiter zu besuchen war, und auch meine Eltern nicht hinter meinem Rücken entschieden haben, bin ich dann tatsächlich in den Förderstufenzweig der Gesamtschule Weilmünster eingeschult worden.

Man mußte damals wie auch heute vehement seine Rechte durchboxen, bereut habe ich es nicht.

Ach und noch ein Nachsatz zum Thema Freundschaften und Akzeptanz:

Ich war in der Klassengemeinschaft drin - integriert wie man heute so sagt - und es gab eigentlich keinen Mitschüler, der mit Fingerzeig meinte, nicht mit mir "spielen" zu wollen. Irgendwie war die Grundschule noch eine Gemeinschaft, oder lag es daran, daß wir ja schon mit mehr als 10 aus unserem Dorf in einer Klasse waren ??

laramarco

Nun endlich war ich 3 und durfte offiziell in den Kindergarten. Wir hatten noch einen kleinen örtlichen Kindergarten, sodaß wir eine kleine überschaubare Gruppe waren. Wenn ich so die alten Bilder ansehe, sind das so um die 20 Kinder gewesen.

Für jemanden, der nicht gut hört, ist eine solche Geräuchkulisse schon ein beachtliches Wunderwerk. Ich kann mich nicht so im einzeln erinnern, weiß nur noch einzelne Erinnerungsfetzen. Wirklich auffallend in Bezug aufs Hören ist mir allerdings nicht wirklich was in Erinnerung geblieben. Ich war dabei, ich gehörte dazu, ich hatte Freunde und es gab nix, was zu anderen Kindergartenkindern "anders" gewesen wäre.

Nach wie vor waren Untersuchungen beim Arzt lange nicht so wie heute, wenn man mal krank war, und das war ich wohl des öfteren, Masern, Mumps, Röteln, alle Kinderkrankheiten schleppte ich an und machte sie durch, aber es gab "keine Gefahr", jedenfalls wurde dazu nie was großartig erwähnt.

Erinnerungsfetzen aus dieser Zeit:

wir hatten einen Nußbaum im Hof, darunter befand sich mein "Sandhaufen" und dort spielte ich oft. Wenn mich meine Mutter rief, reagierte ich nicht immer - sie schob es dann darauf zurück, daß ich spielen wollte und nicht gestört werden wollte.

wenn mein Papa von der Arbeit kam, und von der Hauptstraße in unsere einbog, hörte ich am Autobrummen, jetzt kommt Papa heim und lief dem Auto entgegen - eigentlich unvorstellbar am Geräuch zu hören das Auto gehört zu uns.

Ähnlich erging es mir, wenn ich meiner Mutter entgegenlaufen wollte, wenn sie von Arbeit zurück kam - sie fuhr dann meist noch Arznei im Dorf aus, bevor sie nach Hause kam. Ich hörte an der Bushaltestelle, ob das Auto nun die Hauptstraße runter oder in die Oberstraße einbog und lief dann entweder dort oder dortlang entgegen.

Heute unvorstellbar, daß man das am Autogeräuch unterscheiden kann.

Dann kam die Einschulungszeit, die ärztlichen Voruntersuchungen - und die Erkenntnis "ich höre nicht gut".

Es wurde auf einem Plattenspieler ein Märchen gespielt, und ich sollte erzählen, was dort abgespielt wurde. Das Märchen, erzählt mir meine Mutter heute noch wie damals, war "Der Fischer und seine Frau" - ich hab nix erzählt, ich hatte ja nix verstanden :( Meine Mutter entsetzt "das kennst Du doch, das hab ich doch schon so oft gelesen", aber ich hatte nix verstanden, und konnte nix erzählen.

Dann ging der Arztmarathon los, Hausarzt, Ohrenarzt, Klinik Braunfels, Klinik Marburg, Test hier, Test da, Untersuchungen en masse. Heraus kam, ich höre nicht gut :(

Mir wurden Hörgeräte angepaßt, beidseitig. Das war sowohl für mich selbst als auch für meine Familie eine große Umstellung. Ich hab "die Dinger" ständig rausgezogen, wollte sie nicht, mußte aber und so gab es am Anfang diverse Machtkämpfe.

Mir blieb ja nix übrig, wenn ich in die Schule gehen wollte und das sollte ich ja, so mußte ich die Hörgeräte schon tragen. Und so mußte ich mich über das Frühjahr hinaus an die Geräte gewöhnen und wurde dann im Sommer 1973 in einer ganz stinknormalen Grundschule eingeschult. Es gab ja damals nur 2 Möglichkeiten, Sonderschule (die Fr.-v.Sch.Schule in Camberg) oder die normale Regelschule in Weilmünster.

Bis heute ist es rätselhaft, woher die Hörminderung kommt - war sie von Anfang an da und keiner hat es wirklich "bemerkt" oder kam sie durch eine der Kinderkrankheiten - man weiß es nicht, und letztendlich bringt es auch nix, darüber nachzudenken, ändern tuts auch nix, zu wissen warum und woher.

laramarco

Eigentlich sollte ich ein Christkind xlt werden und dann habe ich es doch bis Neujahr ausgehalten, und war dann doch nicht das 1. Kind im Jahr 1967 :wub:

Zu der Zeit gab es ja noch nicht die ganzen Untersuchungen wie es sie heute gibt mit Neugeborenenscreening und so weiter. Ich hatte auch überhaupt keine Auffälligkeiten, jedenfalls keine, die sofort zu irgendwelcher Sorge berechtigt hätten. Ich war ein Flaschenkind, und nur 49cm klein, aber ansonsten fällt meinen Eltern nix ein, was damals in irgendeinem Zusammenhang mit dem Hören gebracht werden könnte.

So gingen die ersten 3 Jahre vorbei wie vielleicht für jedes andere Baby und Kleinkind auch, man lernt laufen, man lernt sprechen und auch dabei gab es keinerlei Anzeichen, daß ich später sei oder undeutlicher wäre. Meine Eltern hatten leider keine Vergleichsmöglichkeiten, da ich als Einzelkind ohne Geschwister aufwuchs.

Man erzählt mir aber, daß ich eigentlich ein sehr lebhaftes Kind gewesen sei. So erinnerte meine Mutter sich daran: Wir hatten ein Gartengrundstück etwas unterhalb des örtlichen Kindergartens und ich wollte von dort unbedingt in den Kindergarten, auf die Rutsche und überhaupt, eben teilnehmen. Ich kannte keine Angst, bin die Rutsche rauf und runter, eigentlich "normal" wie Kinder eben sind.

So kann ich hier das Posting beenden, denn wirklich Auffälliges in Bezug zum hören, kam wohl erst nach den ersten 3 Jahren. <hi>

laramarco

In diesem Blog werde ich über mich und mein Leben berichten, von meiner Kindheit, von meinen positiven :) , aber auch von meinen negativen :( Erfahrungen und ganz wichtig, von meinem Entschluß wieder "mehr" clap zu hören.

Lesen Sie mit - ich lade Euch ein meinen Geschichten zu folgen:

<cool< Hörwelt - Hearworld --> meine Welt des Hören (igel)

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